Rund um Ainsa

Rund um Ainsa

Dienstag, 19 Juni 2001,
206 km

Laut Reiseführer müssen wir heute unbedingt ins Valle de
Pineta fahren. Es geht ca. 30 km auf der A138 nach Norden bis Bielsa.
Eine gut ausgebaute Hauptstraße, fast kein Verkehr, nette
Landschaft unterwegs. Hinter Bielsa zweigt dann die Straße ins
Valle de Pineta ab. Das ist eine totlangweilige Sackgasse, die nach 10
km in einem der für die Gegend typischen Kessel, umgeben von
Gletschern, endet. Ein guter Ausgangspunkt für Wanderungen auf die
Berge - wir wandern aber auch heute nicht. Also gut, ganz nett, aber
jetzt fahren wir wieder zurück.

Auf halben Wege nach Ainso machen wir noch einen Abstecher hinauf nach
Tella und Revilla. Das macht wieder Spaß: eine schmale
Straße die sich steil in die Berge hinauf windet. Eine
Gaststätte hier oben käme ganz recht - leider finden wir
nichts. Aber man hat eine gute Aussicht auf die Umgebung. Ok, wieder
runter und weiter nach Ainsa.

Heike hat unterwegs am Straßenrand immer wieder Rosmarin und
Lavendel gesehen - auch gestern schon und möchte ein paar sammeln.
Somit haben wir einen Grund, nochmal in die Felsenlandschaft oberhalb
Puyarruego zu fahren ... Während Heike sammelt kurve ich noch ein
bisschen weiter rauf und mache ein paar Fotos.

Für den Nachmittag haben wir uns überlegt, ein Stück
weiter nach Süden zu fahren; auf der Karte sieht es nach kleinen
Nebenstraßen aus. Wir verlassen Ainso auf der A2205. Die
führt erstmal wieder hinauf auf eine Hochebene, vorbei an Guaso
und La Torrecilla. Jetzt am Nachmittag ist es hier ziemlich warm. Es
geht weiter südwärts und plötzlich beginnt eine absolut
schöne Canyonlandschaft! Es gibt keine Brücke und keine
Begradigung und so führt die Straße der Landschaft
entsprechend kurvig auf und ab und im Rückspiegel haben wir das
Panorama der schneebedeckten Gipfel im Norden. Der Fahrspaß
läßt die Hitze vergessen!!!

Um wieder zurück zu kommen möchte ich eine der
Querstraße nach Osten nehmen und zum Stausee fahren. Die erste
Möglichkeit bei Olson lassen wir noch aus. Nach inzwischen 32 km,
bei Barcabo, wird es aber langsam Zeit abzubiegen. Am Ortseingang von
Barcabo ist eine kleine Karte angebracht, die bestätigt, daß
es hier quer durch nach Naval geht. Also los.

Wow, die Strecke hat es in sich: eine Schotterpiste, zwar schön
breit aber sehr steinig und ziemlich steil bergan. In den Kurven sind
die Fahrspuren ein einziger Steinhaufen. Wir schaffen etwa 3 Kilometer
bevor Heike streikt: an einem besonders steilen Stück weigert sie
sich, weiterzufahren ... na ja, mir war auch schon ein bischen mulmig
in der Magengegend. In den nächsten Minuten komme ich noch mehr
ins schwitzen: ich bringe beide Motorräder wieder nach unten bis
das schlimmste Stück vorbei ist; das bedeuted, ich fahre ein
Stück runter, stelle ein Motorrad ab, laufe wieder nach oben und
hole das andere ... Das war wohl grad so die Grenze dessen, was mit
einer Transalp noch fahrbar ist - bzw. was wir schaffen mit einer
Transalp zu fahren.

Endlich sind wir wieder unten, Heike fährt wieder selbst. Nun
müssen wir doch den gleichen Weg zurück den wir gekomen sind.
Ist nicht sooo schlimm - die Landschaft ist ja so schön.

Hier nach Ainsa müßte man noch mal kommen wenn es nicht so
warm ist. Es gibt im Süden noch viele solcher kleinen
Straßen zu erkunden ...