Bergtour Abruzzen 1

Samstag, 31 Mai 2003,
243 km

Tja, die Wetterkarte in der Zeitung sieht fürs Wochenende nicht so
gut aus: Wolkeen, Regen, Gewitter. Aber heute früh scheint doch
wieder die Sonne. Also lassen wir das Zelt noch stehen und machen eine
Tagestour.

Als erstes fahren wir hinauf nach Frattura, das kleine Dorf dem
Campingplatz gegenüber auf der anderen Seite des Tals, hoch oben.
Nun nach Scanno zum Tanken; hier funktioniert die Kreditkarte mal
wieder, zuletzt mussten wir an mehreren Tankstellen bar zahlen. Weiter
durch den Ort und 15 km hinauf zum Passo Godi auf ca. 1.600 m.
Drüben runter nach Villetta Barrea, Frühstück.

Langsam beginnt das gleiche Schauspiel wie an den Tagen zuvor: die
Wolken werden mehr und bedrohlicher. Wir fahren mal noch ein
Stück: am kleinen Stausee und Ort Barrea vorbei hinauf zum Colle
di Croce und hinunter nach Alfedena. in östlicher Richtung schaut
es sehr bedrohlich aus, Gewitter und heftiger Regen. Wir biegen lieber
ab in Richtung Süden, Pizzone ist ausgeschildert. Wieder ein Pass,
auf der anderen Seite sieht das Wetter noch ok aus; sogar noch ein
bisschen Sonne.

Weiter nach Castel Vincenzo. Noch so ein nettes kleines Dörfchen.
Wir machen Rast und trinken einen Cappuccino. Währenddessen wird
es auch hier dunkler, von irgendwoher dringt Donnergrollen heran.
Besser wir fahren weiter. Die Straße führt um einen Berg
herum nach unten durch noch mehr Castellos. Dann ist es doch soweit:
dicke Regentropfen klatschen auf den Helm: einmummeln! Hätten wir
gleich oben machen sollen, naja.

Der Regen ist recht heftig. An der Abzweigung nach Atina bietet sich
endlich eine Möglichkeit zum Unterstellen. Wir warten, bis der
Regen etwas nachgelassen hat. Währenddessen tuckern zwei dicke
Reisedampfer vorbei; Kennzeichen 'BMW' - aus welcher Gegend kommen die
denn?? Als wir langsam durch den immer noch starken Regen weiterfahren
sehen wir sie wieder: haben sich unter einem Dach untergestellt :))

Die Straße ist nicht besonders gut und oft mit Kuhdung und sowas
gepflastert, da fahren wir besser langsam bei der Nässe. Die
Strecke ist bei schönem Wetter sicher recht schön, uns kommen
die ca. 20 km über die Berge heute ziemlich lang vor. Als es dann
hinunter nach Atina geht, hört der Regen auf, die Straße
wird trocken. Der Himmel schaut gar nicht so schlecht aus.

Weiter nach Sora, nicht auf der S 627 sondern einer Landstraße
daneben. Langsam kommen die 2.000er der Abruzzen nördlich wieder
in Sicht - und die dicken Wolken drumherum. Keine guten Aussichten
für den Rückweg. In Sora tropft es dann auch schon. Machen
wir erstmal Pause im Café und warten ab was passiert.

Die Wolken ziehen vorbei. Wir fahren wieder los, nach Norden , die S
666 in Richtung Pescasseroli. Die Straße führt aber erstmal
wieder ostwärts,eng am Berg entlang nach oben. Man hat eine
ausgezeichnete Sicht auf das Unwetter, daß gerade über dem
Tal hängt, durch das wir vorhin gekommen sind. Und kurz bevor
Erreichen der dunklen Wolken im Osten, nun schon fast auf gleicher
Höhe wie die Regenwolken, biegt die Straße nach Norden und
führt über den Forca d'Acero nach Opi. Auf der Passhöhe
wechseln wir von Lazio nach Abruzzen; man hätte es auch ohne
Schild gemerkt: aus der gut asphaltierten Straße wird eine
Ansammlung von Schlaglöchern.

Bei Opi stellt sich die Frage: rechts oder links? Über
Pescasseroli ganz nach Norden um die Berge herum oder rechts nach
Villetta Barrea und den Weg von heute morgen zurück? Wir
entscheiden uns für letzteres, das Wetter sieht in der Richtung
besser aus. Also auf bekanntem Weg zurück zum Campingplatz. es
wird unterwegs nochmal bedrohlich dunkel doch die Regenkombi brauchen
wir nicht noch einmal. Am Campingplatz scheint sogar nochmal ein
bisschen die Sonne.

Zu den 20 Campern auf dem Platz sind nochmal so viele hinzugekommen.
Die Wagen stehen dicht beieinander in Dreierreihe. Vielleicht hat der
Massenauflauf was mit dem morgigen Feiertag der Republik zu tun.
Jedenfalls haben die Italiener abends den großen Raum der Bar und
einen Grillplatz draußen bis zum letzten Sitzplatz belegt.